Die Fett-Falle
Informationen zu Ölen und Fetten im Essen
 

Fleisch soll die Krebsegefahr erhöhen. Wie? Was dagegen tun?

Eine Studie, die das kürzlich wieder erbrachte schlägt derzeit Wellen in allen Medien. Die Reaktionen sind meist in der Art von "ich lasse mir mein Fleisch-Vergnügen nicht nehmen" oder "ist doch egal".

Es ist nicht egal. Man kann etwas dagegen tun. Hier einige Praxistipps.

Worin liegt die Gefahr?

Die Gefahr in Fleischprodukten liegt hauptsächlich in der Verarbeitung, in der Arachdonsäure, im Fett und bei den Darmbakterien.

Verarbeitete Fleischwaren

Die Studie bescheinigte eine sichere Krebsgefahr nur durch verarbeitete Fleischwaren (bei allen anderen nur eine wahrscheinliche Gefahr).
Das Hauptproblem liegt beim Nitritpökelsalz, es führt zu krebserregenden Nitrosaminen. Vor allem Würsten und Schinken wird reichlich Nitritpökelsalz zugesetzt. Das wird verwendet nur um Wurst und Schinken rot einzufärben (Haltbarkeit kann man auch anders erreichen).

Man könnte leicht darauf verzichten, die Fleischwaren sehen dann aber nicht mehr so schön rot aus. Das heisst die Haupt-Krebsgefahr besteht nur in der Mode rotes Fleisch in den Theken sehen zu können. Ein tolerierter Skandal.

Tipps: alles gepökelte möglichst selten bis gar nicht essen. Wenn, dann mit gleichzeitig Vitamin E oder C (verhindert die Nitrosaminbildung). Versuchen weniger rote, Nitrit-gefärbte Fleischwaren zu erhalten.

Ein zweites Problem bei Wurst und Co ist, der den teilweise sehr hohe Fettgehalt von über 50%. In der Wurst kann man das Fett nicht mehr erkennen, darum ist da soviel drin. Mehr dazu unten.

Arachidonsäure (AA)

Aus ihr werden die entzündungsfördernden Botenstoffe gebildet, die zu Entzündungen, Allergien und Krebs führen. Der Körper stellt sie nach Bedarf selbst her, aber die direkt gegessene Arachidonsäure aus der Nahrung kommt hinzu - und verändert das Gleichgewicht.

Arachidonsäure (AA) ist besonders im roten Fleisch enthalten (Rind, Schwein) auch im Eigelb und Fischöl (Tabelle). Viel weniger in Geflügel. Darum wird heute empfohlen rotes Fleisch auf einige male pro Woche zu beschränken. Ähnlich lautet die Empfehlung nach der aktuellen Studie: maximal 300-600g rotes Fleisch pro Woche - ja, auch Wurst ist rotes Fleisch. Der durchschnittliche Fleischverzehr in Deutschland liegt derzeit aber bei 60 kg im Jahr (1150 g/Woche), davon 49kg rotes Fleisch und 30kg verarbeitete Wurst und Schinken. 

Tipps für besseren Fleischverzehr: mehr Fisch und Geflügel, weniger Wurst und Schinken

Darmbakterien

Wenn das Eiweis aus (zuviel) Fleisch im Magen und Dünndarm nicht verdaut und aufgenommen wird, wird es zur Nahrung von Bakterien weiter unten im Darm. Das sind dann Fäulnisbakterien, die eine Reihe von bedenklichen Stoffen abgeben, beispielsweise Ammoniak und Cadaverin. Diese Gifte geraten über die Darmwand auch in den Körper. Flatulenzen und der unangenehme Geruch sind direkte Anzeiger von schlechter und unvollständiger Verdauung.

Tipps: Weniger Tier-Eiweis essen und weniger pro Mahlzeit. Viel Gemüse, Salat und Früchte dazu.

Finden Sie die Gemüse, die Sie mögen und vertragen und essen Sie viel davon

Fett

Eigentlich wäre Fett zur Energieversorgung in vieler Hinsicht sogar besser als Kohlenhydrate (Zucker), denn es rührt das Insulin nicht an und (ver-)braucht kein Vitamin B1. Leider ist das Schlachtfett aber überwiegend gesättigt und muss unbedingt durch mehrfach ungesättigte Öle ergänzt werden (siehe www.fett-falle.de).

Wurst enthält oft 50% Fett und mehr. Aber auch reines Muskelfleisch vom Schwein und Rind enthält volle 20% Fett - mehr als Protein.  Das ist Ergebnis der Tierzucht. Wildtiere haben nur etwa 2% Fett im Muskel - und das sogar in guter Zusammensetzung.

Wenn man heute viel Fleisch isst, beispielsweise riesige Steaks, dann ist das nicht vergleichbar mit dem Fleischkonsum der Mammutjäger aus der Altsteinzeit.  Fleisch aus der Landwirtschaft ist gar nicht "paleo". Der Unterschied ist das Fett. Die gemästeten Tiere enthalten kaum omega-3 oder 6 und ein Übermaß an gesättigtem Kalorien-Fett.

Tipp: möglichst mageres Fleisch essen, stattdessen lieber wertvolle Öle dazu geben, beispielsweise Leinöl und Olivenöl. Oder Fisch - das Fett von Fischen wird vorwiegend als gesund eingestuft.

Neu5Gc

In rotem Fleisch und manchen Käsen ist ein vermutlich bedenklicher Stoff enthalten, der schlecht für unser Immunsystem ist. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Vegetarier

Vegetarier haben insgesamt deutlich weniger Krebs als andere. Das mag daran liegen, dass sie die oben genannten Gefahren nicht auf sich nehmen. Vegetarier haben aber sogar mehr Darmkrebs. Der Darm von Vegetariern scheint stärker belastet zu sein, die Pflanzennahrung ist im Durchschnitt auch schwerer verdaulich. Vermutlich liegt das an den besonders in Vollkornprodukten vorkommenden Antinährstoffen (eigenes Kapitel)

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[nach oben]Diese Anzeige wurde erstellt (Serverzeit):24.04.2017 21:15